Alpabfahrt mit Sang und Klang

Während der Sommerzeit verbringen die Sennen und das Vieh einige Wochen auf den Alpen im Alpstein. Von Mitte August bis Ende September kehren sie wieder ins Tal zurück. In vielen Gegenden werden diese Alpabzüge als traditionelle Bräuche gefeiert.

Bild: Christof Sonderegger Mit Authentizität und Leidenschaft zelebriert jede Region alljährlich den Alpabzug. Hier im Appenzellerland.

Mit dem Spätsommer und dem Herbst ist es wieder Zeit für Älplerfest und Alpabzüge. Die Sennen und Bauern ziehen mit ihren Kuh- und Schafherden ins Tal. Sie teilen den Käse untereinander auf und die getane Arbeit ist ein Grund zum Feiern. Feste, Märkte, Unterhaltung und viele Besucherinnen und Besucher erwarten sie im Tal. Gerade in den Bergregionen ist dies eine wichtige Tradition. Die Alpabfahrten bescheren Besucherinnen und Besucher viele Eindrücke: wunderschön geschmücktes Vieh, farbenfrohe Trachten und kolossale Glocken. Hier ein paar Tipps, wo die schönsten Alpspektakel stattfinden:

Alpabzug in St. Cergue (VD)
Neben Rindern werden in manchen Regionen auch andere Tiere von der Alp ins Tal geführt. So auch am 28. September beim Alpabzug in St. Cergue im Kanton Waadt, wo die geschmückten Kühe zusammen mit Geissen und Schweinen durch das Dorf ziehen. Begleitet wird die Tradition unter anderem von Alphornbläsern, Peitschenschwingen und einem Markt, auf dem regionale Kunsthandwerker ihre Produkte präsentieren.
28. September, ab 8.30 Uhr, Saint-Cergue
www.desalpe-saint-cergue.ch

Entlebucher Alpabzug (LU)
Ende September macht sich das Entlebuch jeweils für ein grosses Spektakel bereit: Von sieben Alpen ziehen die Älplerfamilien mit ihren rund 200 Tieren nach Schüpfheim. Schon ein Jahr im Voraus bestimmen die sieben beteiligten Alpen gemeinsam das Datum für den nächsten Alpabzug. Die Entlebucher Alpabfahrt ist ein farbenfrohes Strassenfest, einer der grössten Alpabzüge der Schweiz und erinnert an ein «kleines Jodlerfest».
Regelmässig über 10’000 Besucher begrüssen jeweils die Älplerfamilien mit ihren prächtig geschmückten Tieren bei ihrer Rückkehr von den Alpen im Tal. Im Dorf Schüpfheim reiht sich dann ein Regionalprodukte-Marktstand an den nächsten, abwechselnd mit kleinen Beizlis. Hier erklingt ein Jodelgesang, da spielen Alphörner auf und auch Blasmusikklänge sind zu hören – einfach rundum gemütlich.
28. September, ab 10 Uhr, Schüpfheim
www.luzernmobil.ch
www.myswitzerland.com

Glarner Alpchäs- und Schabziger-Märt in Elm (GL)
Der Chäsmärt in Elm gehört in jede Agenda: Immer am ersten Sonntag im Oktober füllt sich das Truppenlager in Elm mit den Chäs-Ständen der verschiedenen Glarner Alpen, an denen die Älpler und Älplerinnen nach dem Alpsommer ihre Alpkäse-Laibe zum Verkauf anbieten. An den schön geschmückten Ständen kann degustiert, philosophiert und gepostnet werden. In der grossen Festwirtschaft gibt es Älplerspeisen, vom währschaften Älplerzmorgä bis hin zu Älplermagronen und Älplerrösti. Auch ein Fänz-Stand darf natürlich nicht fehlen, gleich wie die geschmückte Alpabfahrt ab 14.30 Uhr, welche die Besucher jeweils aus der Festwirtschaft und den Ständen an die Strasse lockt – und die Schlussverlosung des Glarner Käsepasses.
6. Oktober, 8 bis 17 Uhr, Elm, Truppenlager (Dorfeingang)
www.myswitzerland.com

(Bild: zVg) Prättigauer Alp Spektakel: Einer der grössten Alpabzüge lockt jährlich viele Touristen nach Graubünden.

Prättigauer Alp Spektakel (GR)
Das Prättigauer Alp Spektakel ist ein gelungener Mix aus währschafter Schweizer Alpkultur, moderner Alpwirtschaft und lebendigen Traditionen: Harmonischer Älplerznacht, grosser Alpabzug mit über 100 Tieren, Alpkäsedegustation, Alp- und Spezialitätenmarkt, Tierausstellungen, Streichelzoo, Zeltfest, Internationales Alpenbarttreffen, Rinderspektakel und vieles mehr. Seit mehr als zehn Jahren organisieren die Prättigauer ein Fest, bei dem sie ihre Kultur und Köstlichkeiten mit der Welt teilen. Ausserdem findet der grosse Alpabzug, das Alpenbarttreffen, ein Kinderumzug sowie eine Alpkäseversteigerung statt.
4. bis 6. Oktober, Küblis und Seewis
www.alpspektakel.ch

CR


Alpwirtschaft fördert die Artenvielfalt

Auf der sommerlichen, unberührten Alp gibt es in den Sommermonaten besonders reichliches, sehr gutes Futter für das heimische Vieh. In der Schweiz werden heute noch fast 400’000 Rinder, rund 200’000 Schafe sowie Ziegen, Alpakas und andere Wiederkäuer auf Alpen gesömmert. Die genutzte Fläche macht etwa 35 Prozent der in der Schweiz landwirtschaftlich genutzten Fläche aus. Die grösste Alpfläche gibt es in Graubünden. Alleine im Prättigau werden beispielsweise in insgesamt 26 Sennalpen jährlich 150’000 Kilo würziger Alpkäse und 15’000 Kilo frische Alpbutter pro Jahr produziert. Produkte, die aus der Alpmilch entstehen, schmecken besonders aromatisch. Diese Form der Bewirtschaftung fördert zudem die Artenvielfalt und erhält einen einzigartigen Lebensraum, den es durch Verwaldung und Verbuschung der Flächen ansonsten so nicht geben würde. CR/pd

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